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   Für wen eine Bankausbildung geeignet ist

Eine Bankausbildung ist in erster Linie immer eine Ausbildung zum Verkäufer für Bankprodukte, d.h. sehr vertriebsorientiert. Wer kein Interesse daran hat, als Verkäufer zu arbeiten oder mit dem Druck nicht umgehen kann, dass jeden Freitag oder sogar jeden Abend der Filialleiter seine Runde zieht und nachfragt, man seine Verkaufsziele erreicht hat, sollte den Job in jedem Fall meiden.

Die Ausbildung zum Bankkaufmann wird gut zu Personen passen, die folgende Eigenschaften und Ziele haben:

Intensives Interesse, dauerhaft in der Kreditwirtschaft tätig zu sein
Ziel ist eine dauerhafte Tätigkeit im Privatkundengeschäft, im Firmenkundengeschäft, im Private Banking oder im Back Office einer Bank
Leidenschaft für den Vertrieb von Bankprodukten
Anspruchsvolle Verkaufsziele und z.T. tägliche Kontrolle der Ziele werden nicht als Belastung sondern als Ansporn empfunden
Spaß am Umgang mit einer breiten Vielfalt von verschiedensten Kunden
Spaß an der Kundenberatung und an der Entwicklung von anspruchsvollen Finanzlösungen, die im Interesse des Kunden liegen

Personen mit folgenden Eigenschaften oder Zielen sollten dagegen eine Bankausbildung vermeiden:

Mittelfristiges Ziel ist der Einstieg in eine Spitzenkarrierelaufbahn (Investmentbanker, Unternehmensberater usw...)
Es besteht ein sehr großes Interesse an der Funktionsweise und Entwicklung von Finanzprodukten, aber nicht am Vertrieb der Produkte
Schüchterner, zurückhaltender Umgang mit fremden Menschen
Arbeit wird bevorzugt als "Einzelkämpfer" erledigt
Fokus auf eine Karriere, in der vorwiegend stark analytisch gearbeitet wird

Nachfolgend sei eine kurze Erläuterung zu den Punkten gegeben. Viele zukünftige BWL-, WiWi- oder VWL-Studenten interessieren sich sehr für die Aufnahme einer Bankausbildung vor dem Studium. Dies kann den Grund haben, dass aufgrund einer schlechten Abiturnote eine sofortige Aufnahme des Studiums nicht möglich ist oder dass man vorher etwas praktische Erfahrung sammeln möchte. Trotzdem macht eine Bankausbildung nicht unter allen Umständen Sinn. Die Kombination aus Bankausbildung + Studium ist zudem in Deutschland eine Art "Klassiker" mit langer Tradition, der jedoch langsam ausstirbt. Im Nachgang zur Bolognareform beenden viele Studenten ihr Bachelorstudium bereits im Alter von 21 oder 22 Jahren, wer zuvor eine Bankausbildung absolviert, ist heutzutage national wie international mit einem nicht zu unterschätzendem Altersnachteil belastet während die Ausbildung wenig Vorteile bietet. Die Vorteile im Studium sind meist im ersten oder zweiten Semester bereits verzehrt, der Zeitpunkt bis zum ersten richtigen Gehalt verschiebt sich um zwei oder drei Jahre und für Studenten, die an einer Spitzenkarriere im Finanzsektor interessiert sind, ist die Bankausbildung schlichtweg verschwendete Zeit. Der einzige Hauptvorteil liegt also darin, dass sehr gute Bankazubis möglicherweise die Unterstützung ihres Arbeitgebers einwerben können um das Studium (zum Teil) finanziert zu bekommen und / oder in Teilzeit beim Unternehmen weiterzuarbeiten.

Insbesondere sehr gute Abiturienten (Notenschnitt von 1,0 bis 2,0) sollten sich sehr intensiv überlegen, warum sie eine Bankausbildung machen wollen. Für diese Gruppe besteht ein überdurchschnittlich großes Risiko, dass man sich unterfordert oder angesichts des Verkaufsdrucks auch deplatziert fühlt. Im Gegenzug stehen für Spitzenabiturienten exzellente Ausbildungschancen im Finanzsektor offen, die deutlich herausfordernder sind, mehr Chancen bieten und besser bezahlt sind.

Ein weiterer Grund, warum die Bankausbildung vor dem Studium an Attraktivität verloren hat, liegt in der Dauer der Bachelor-Studiengänge. Wer sich unsicher ist, ob er in einer Bank arbeiten oder allgemein in der Wirtschaft tätig sein möchte, fand es früher sehr hilfreich, eine Ausbildung zu machen anstatt sich direkt in einen fünf- bis sechsjährigen Studiengang zum Diplom-Kaufmann einzuschreiben. Nachdem heute der Bachelor drei Jahre dauert im Vergleich zu einer 2 bis 2,5 Jahre dauernden Bankausbildung, kann in fast derselben Zeit ein deutlich höherwertiger Abschluss erworben werden während Studenten in dieser Zeit vereinzelte Praktika in Banken machen können, was völlig hinreichend ist, um herauszufinden, ob man in der Branche arbeiten möchte oder nicht.

Ebenfalls ist die Ausbildung möglicherweise die falsche Entscheidung für Personen, die stark analytisch getrieben sind und sich in erster Linie für die Funktionsweise von Bankprodukten im Detail interessieren. Für Bankauszubildende steht der Verkauf von Produkten im Vordergrund, nicht aber ihre Entwicklung. Viele Bewerber überschätzen hier maßlos wie viel Einblick sie tatsächlich in die Finanzwelt bekommen, denn als Verkäufer müssen sie die Vor- und Nachteile der Produkte kennen, um über die Eignung für den Kunden entscheiden zu können, nicht aber den genauen Entwicklungsprozess. Auch hier ist ein Studium oftmals deutlich zielführender.

Abschließend sollte nicht vergessen werden, dass das Ziel einer Bankausbildung stets lautet, dass die meisten Azubis im Anschluss als Kassierer oder Kundenberater in einer Bankfiliale vor Ort arbeiten. Ohne erhebliche Investitionen in die eigene Fort- und Ausbildung sind die Karrierechancen und die Gehaltsaussichten sehr beschränkt. Diese Perspektive ist für viele sehr ambitionierte Abiturienten zum Ende der Ausbildung oftmals sehr deprimierend, allerdings liegt hier nicht ein Fehlverhalten der Bank sondern des Bewerbers vor, der sich zu viel von der Ausbildung und den damit verbundenen Chancen verspricht. Aus den hier genannten Gründen ist es sehr wichtig, dass auch Schulabgänger eine Idee entwickeln, was sie gerne in fünf bis sieben Jahren machen möchten und auf dieser Basis entscheiden, ob eine Bankausbildung wirklich der geeignete Weg ist, diese Ziele zu erreichen.

Willst Du mehr wissen? Weiter zum Abschnitt "Voraussetzungen und Bewerbung für die Ausbildung"

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