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Die Fortbildung zum Bankbetriebswirt
Fortbildungen im Bankwesen Bankfachwirt (IHK) Ausbildereignungsprüfung Dipl.-Bankbetriebswirt

Jeder Bankangestellte, der den Bankfachwirt abgeschlossen hat, bekommt sehr zügig Post von seinem Lehrgangsanbieter, ob er nicht mit dem Bankbetriebswirt weitermachen möchte, der, so die Werbung, noch mehr Chancen eröffnen kann als der Bankfachwirt. Frisch gebackene und nach der anstrengenden IHK-Prüfung oftmals auch „lernmüde“ Bankfachwirte werden damit vor die Entscheidung gestellt, ob sie noch ein weiteres Jahr in ihre Bildungslaufbahn investieren möchten. Vor diesem Hintergrund beleuchtet dieser Artikel die Positionierung des Bankbetriebswirtes im deutschen Bankwesen, sein Ertrags- und Kostenverhältnis sowie die Inhalte des Lehrgangs.

Dieser Artikel ist in die nachfolgenden Abschnitte gegliedert:

Allgemeines zum Bankbetriebswirt
Lehrgang, Prüfung und Anbieter
Bankbetriebswirt oder Sparkassenbetriebswirt?
Bedeutung für den Berufsweg und Gehaltsperspektiven
Rechtliche Stellung des Titels "Bankbetriebswirt"
Kosten und Finanzierung
Fortsetzung der Bildungslaufbahn nach dem Bankbetriebswirt

Darüber hinaus finden sich in der Infobox zur linken Seite mehrere hilfreiche und nützliche Links zu weiteren Informationen und Lehrgangsanbietern.

   Allgemeines zum Bankbetriebswirt

Die Fortbildung zum Bankbetriebswirt dauert ein Jahr, welches meist in zwei Studiensemester aufgeteilt ist. In dieser Zeit wird ein Arbeitspensum von 500 Stunden durchgearbeitet, dass sich über mehrere verschiedene Lernmodule erstreckt. Ganz anders als bei dem sehr allgemeinbildendem Bankfachwirt, bei mit dem Modul „Bankbetriebslehre“ sowie dem selbst gewählten Vertiefungsmodul nur zwei von sechs Lernfeldern bankspezifisch waren, ist das Bankbetriebswirt vollständig auf Themen des Bankmanagements und der Kundenberatung ausgerichtet. Für viele Bankfachwirte ist dies eines der stärksten Argumente, den Bankbetriebswirt zu machen, da sie in nur einem Jahr sehr viel berufsrelevantes Fachwissen lernen, dass konkret auf ihren Beruf zugeschnitten ist, als in dem zwei Jahre andauernden Bankfachwirt.

Die sehr spezifische Ausbildung erklärt somit, warum die meisten Banker den Weg mindestens bis zum Bankbetriebswirt gehen, da der Bankfachwirt mehr oder weniger eine Übergangsqualifikation ist und erst der Bankbetriebswirt der zentrale Baustein ist, der den Übergang in eine höher qualifizierte Laufbahn bei vielen Banken ebnet.

   Lehrgang, Prüfung und Anbieter

Der Lehrgang zum Bankbetriebswirt wird in Deutschland unter anderem von der Frankfurt School of Finance & Management sowie dem BankColleg der GenoAkademie angeboten. Die Sparkassenorganisation bietet über die Sparkassenakademie mit dem Sparkassenbetriebswirt ein vergleichbares Bildungsangebot an, dass jedoch wie der Name bereits zeigt, exklusiv auf den Sparkassensektor zugeschnitten ist.

Die Module des Lehrgangs zum Bankbetriebswirt haben bei den verschiedenen Anbietern unterschiedliche Namen, die Inhalte und die Zielsetzung sind jedoch im wesentlichen identisch. Der Abschluss zum Bankbetriebswirt soll Absolventen die Übernahme einer ersten spezialisierten Fachfunktion und oder einer Führungsposition ermöglichen. Bankbetriebswirte erlernen während ihrer Fortbildung ein breites Fachwissena usd en Gebieten Retail-, Private-, und Corporate Banking, Risiko- und Portfoliomanagement sowie Controlling und Gesamtbanksteuerung. Die Fortbildung wird ferner durch diverse Maßnahmen der Weiterentwicklung von Soft Skills, d.h. insbesondere Methodenkompetenz und persönlicher Kompetenzen abgerundet.


Die nachfolgende Modulbeschreibung orientiert sich an den Namen der Lernmodule im Programm der Frankfurt School. Dies ist keine Werbung für den Anbieter und wir weisen ausdrücklich daraufhin, dass das BankColleg unter anderen Modulnamen vergleichbare beziehungsweise z.T. identische Inhalte lehrt.

Im Bereich Retail- und Private Banking lernen die Teilnehmer, mit den Bedürfnissen anspruchsvoller und vermögender Privatkunden umzugehen. Bestandteil der Fortbildung sind hier die Schulung einer ganzheitlichen Beratungskompetenz auch im Hinblick auf komplexe Finanzinstrumente sowie die Beratung unter steuerlichen Gesichtspunkten. Ergänzend erhalten angehende Bankbetriebswirte einen Managementblick auf das Geschäftsfeld mit Privatkunden und lernen, welche Entwicklungen den deutschen Retailmarkt derzeit bewegen und wie Banken auf das sich verändernde Umfeld reagieren müssen.

Im Abschnitt Corporate Banking konzentrieren sich angehende Bankbetriebswirte auf die anspruchsvolle Beratung größerer Firmenkunden und erhalten eine Grundlagenschulung in Corporate Finance, d.h. die Studienteilnehmer erlernen das grundlegende Handwerkszeug des Investmentbankings wie z.B. die Bewertung eines Unternehmens sowie die theoretische und praktische Ermittlung einer optimalen Finanzierungsstruktur für Unternehmen.

Das Portfoliomanagement dagegen konzentriert sich darauf, in Theorie und Praxis die optimale Portfoliomischung unter Rendite- und Risikoaspekten für einen Kunden zu finden. Lehrgangsteilnehmer erhalten hier einen Crashkurs in moderner Portfoliotheorie und erlernen, wie nach der Markowitz-Portfoliotheorie optimale Portfolios erstellt werden und wie das Portfoliomanagement dagegen in der Praxis gehandhabt wird.

Im Modul Bank-Controlling wird das Verständnis der Lehrgangsteilnehmer für die gesamtbankbezogene Kosten- und Ertragsrechnung geschärft. Es werden diverse Ansätze und Instrumente des Controllings gelehrt, die auf den Bankensektor zugeschnitten sind und Lehrgangsteilnehmer in die Lage versetzen, das Kosten- und Ertragsmanagement einer Bank zu verstehen.

Ein weiterer Managementbaustein ist das Lernfeld Dienstleistungsmangement. Angesichts des sehr harten Wettbewerbs im deutschen Bankensektor und den erodierenden Margen bei vielen Banken ist ein klares Verständnis der Wertschöpfungskette und eine schlanke Ausrichtung von Prozessen für jeden Bankmanager unverzichtbar geworden. Das Feld Dienstleistungsmanagement widmet sich daher dem Verständnis der Wertschöpfungskette von Banken, deckt Supply-Chain Themen ab und widmet sich dem Marketing von Banken, der Entwicklung des Service- und Beschwerdemanagements in Banken sowie dem Dienstleistungscontrolling.

Das Bankplanspiel ist eine praxisorientierte Simulation und bietet den Lehrgangsteilnehmern zum Abschluss der Fortbildung die Möglichkeit, das gelernte Wissen in einer praxisorientierten Fallstudie anzuwenden. Die angehenden Bankbetriebswirte übernehmen die Rolle eines Vorstandes der Bank und müssen strategische Ziele definieren sowie in einer sich verändernden Umgebung Entscheidungen treffen und können dabei Instrumente und Methode aus ihrem Lehrgang anwenden um somit erfolgreicher als die Konkurrenz abzuschneiden. Im Anschluss erhalten die Studiengruppen die Gelegenheit, ihre Arbeitsweise und ihre Erkenntnisse in einer Präsentation vorzustellen.

Da die Fortbildung zum Bankbetriebswirt nicht durch eine öffentliche Stelle geregelt ist, unterscheiden sich die Anforderungen und das Format der Prüfung zum Bankbetriebswirt je nach Anbieter und das jeweilige Institut setzt selbstständig fest, welche Leistungen zum Bestehen der Prüfung ausreichend sind und welche nicht. Am Beispiel der Frankfurt School of Finance & Management unterteilt sich die Prüfung zum Bankbetriebswirt in drei Abschnitte. Angehende Absolventen geben eine von ihnen geschriebene Seminararbeit ab, nehmen an schriftlichen Prüfungen teil und durchlaufen zum Abschluss zusätzlich eine mündlche Prüfung in einer Gruppe von mehreren Studienteilnehmern.

   Bankbetriebswirt oder Sparkassenbetriebswirt?

Vor der Qual der Wahl in Bezug auf den Lehrgangsanbieter stehen ganz besonders Mitarbeiter der Sparkassenfinanzgruppe. Die Sparkassenorganisation hat in Deutschland über Jahrzehnte hinweg ein sehr etabliertes eigenes Aus- und Fortbildungssystem aufgebaut, dass neben den Sparkassenakademien, die für die jeweiligen Bundesländer zuständig sind, sogar eine eigene Hochschule umfasst und mit dem Lehrinstitut, an dem die Dipl.-Sparkassenbetriebswirte ausgebildet werden, eine eigene sehr erfolgreiche Kaderschmiede für den Managementnachwuchs für die Bereichsleiter- und Vorstandsebene etabliert hat.

Ganz unabhängig von der gebotenen Qualität der eigenen Lehrangebote in der Sparkassenorganisation muss es für jeden Bankangestellten eine grundständige Überlegung sein, warum der Sparkassenbetriebswirt anstatt des Bankbetriebswirtes absolviert werden soll. Die Inhalte sowie die Zielsetzung beider Programme ist durchweg sehr ähnlich. Dagegen ist der eine Titel fest an die Sparkassenorganisation gebunden, der andere Titel ist dagegen universell im gesamten Bankensektor anerkannt.

Dies führt zu folgendem Problem: Logisch und rational betrachtet ist der Bankbetriebswirt ein Abschluss, der mehr Flexibilität erlaubt. Zwar wird auch eine Deutsche Bank, eine Commerzbank und auch jede Volksbank die Qualifikation eines Sparkassenbetriebswirtes zu schätzen wissen, jedoch ist man erstens mit dem Bankbetriebswirt besser vertraut und zweitens wirkt es – höflich gesagt – etwas amüsant und merkwürdig, wenn unter dem Banner der Deutschen Bank auf der Visitenkarte der Titel „Sparkassenbetriebswirt“ steht. Diese Aussage impliziert nicht, dass Sparkassenbetriebswirte erhebliche Nachteile haben, wenn sie in den privaten oder genossenschaftlichen Bankensektor wechseln wollen, jedoch wird klar, dass dieser Punkt ein zentraler Aspekt in der Entscheidungsfindung sein muss.

Problematisch steht dem jedoch gegenüber, dass eine Entscheidung FÜR den Bankbetriebswirt immer automatisch eine Entscheidung GEGEN die Sparkassenakademie ist. Obwohl dies in einem Unternehmen mit gesunder Personalführung nicht der Fall sein darf, wird dieser Punkt manchem Sparkassenmitarbeiter dann als Illoyalität gegenüber dem eigenen Arbeitgeber ausgelegt oder es wird vermutet, dass der Mitarbeiter Ambitionen hat, das Haus zu wechseln. Zwar ist letzteres ein ganz natürlicher Prozess in jeder Berufslaufbahn und muss vor allem nicht Gegenstand der Entscheidung für den Bankbetriebswirt und gegen den Sparkassenbetriebswirt sein, aber dennoch können wichtige Entscheidungsträger dies entsprechend negativ interpretieren. Damit wird ungewollt die Frage der Fortbildung unter Umständen eine politische Entscheidung, die die eigene Karriere im Haus im schlmmsten Fall bremsen kann.

Es gibt keine Patentlösung, welche Entscheidung die „bessere“ ist in dieser Situation. Zu empfehlen ist folgendes: Wer nach mehreren Jahren Mitarbeit sich sicher ist, dass er in jedem Fall für seine gesamte weitere Laufbahn der Sparkassenorganisation treu bleiben will, sollte guten Gewissens die hauseigenen Fortbildungen nutzen, denn diese haben sich über Jahrzehnte hinweg bewährt und viele hervorragende Karrieren innerhalb des Sparkassensektors begründet. Wer hingegen sich berufliche Freiheit wahren will oder sogar ganz konkret mit dem Gedanken spielt, den Sparkassensektor zu verlassen, solle stets den Abschluss bevorzugen, der allgemeingültig anerkannt und nicht institutsgebunden ist. Idealerweise sollte hierzu bereits vorab auch aktiv das Gespräch mit dem Vorgesetzten und der Personalabteilung gesucht werden, um einen objektiven Ratschlag einzuholen. Da das Bankhaus im Nachhinein ohnehin erfährt, für welche Option sich der Mitarbeiter entscheidet, macht ein frühes Gespräch Sinn. Steht die Bank beiden Optionen offen und neutral gegenüber, erleichtert dies die Entscheidung, falls nicht, kann man jedoch aus den Gesprächen eventuell vorhandene negative Tendenzen bereits vorab heraushören und dies in die Entscheidungsfindung einfließen lassen.

   Bedeutung für den Berufsweg und Gehaltsperspektiven

Das Fortbildung zum Bankbetriebswirt ist in erster Linie ein grundlegendes Managementstudium, dass den Teilnehmern ermöglichen soll, ein besseres Verständnis für gesamtbankbetriebliche Abläufe zu erhalten, denn für einen sehr großen Anteil junger Bankbetriebswirte lautet das berufliche Ziel, Leiter einer eigenen Geschäftsstelle zu werden. Entsprechend konzentriert sich das Bankbetriebswirtstudium auf die Ausbildung von Personal, welches für die Übernahme von Aufgaben auf der unteren Führungsebene in einer Bank geeignet ist. Aus diesem Grund enthält das Bankbetriebswirtsstudium unabhängig vom Anbieter einen großen Anteil an Inhalten zu den Themen Führung im Vertrieb, Controlling, Gesamtbanksteuerung sowie methodische und persönliche Kompetenz. Im Kontrast dazu stehen eine Reihe von spezialisierten Modulen, die vor allem die Wünsche jener Banker adressiert sind, die statt einer Führungsaufgabe eine hochqualifizierte Beraterfunktion einnehmen möchten.

Entsprechend dem Ausbildungshintergrund übernehmen Bankbetriebswirte noch während ihrer Ausbildung oder kurz danach sehr oft eine der folgenden Aufgaben:

Stellvertretender Geschäftsstellenleiter / Geschäftsstellenleiter
Berater für vermögende Privatkunden (Individualkundenberatung oder Private Banking)
Firmenkundenberater
Spezialistenfunktion im Vertrieb (z.B. Wertpapier- oder Immobilienfinanzierungsberater)
Teamleitung in internen Abteilungen
Übernahme qualifizierter Stabsfunktionen (z.B. Referent)

Vor diesem Hintergrund ist für viele Banker die Fortbildung zum Bankbetriebswirt oftmals die letzte große Fortbildung zu Beginn ihrer Karriere, ohne Zweifel aber auch oftmals die wichtigste überhaupt. Insbesondere durch die Möglichkeit, sich mit der Fortbildung in verschiedenen Bereichen zu spezialisieren, werden hier nochmal die Weichen für die zukünftige Karriere gestelt, da gerade während und unmittelbar nach der Ausbildung die Teilnehmer ihrem Arbeitgeber klar signalisieren können, ob sie sich in eine Fach- oder eine Führungslaufbahn hineinentwickeln möchten.

Mit der Fortbildung zum Bankbetriebswirt und dem meist folgenden Karriereschritt erhöht sich für viele Absolventen kurz- oder mittelfristig auch durchaus das Gehalt. Junge Bankangestellte mit drei bis vier Jahren Berufserfahrung, die den Bankfachwirt und den Bankbetriebswirt direkt nach ihrer Ausbildung absolviert haben, können auf einer der o.g. qualifizierten Positionen im Durchschnitt etwa Einstiegsgehälter von 38.000 bis 50.000 Euro pro Jahr erwarten, was im Vergleich zu dem Einstiegsgehalt nach der Bankausbildung, welches meist bei etwa 30.000 Euro liegt, bereits einen erheblichen Zuwachs bedeutet. Zu beachten ist dabei aber, dass erstens Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken unterschiedliche Gehälter für vergleichbare Positionen zahlen, die Vergütung auch von der Größe der Bank abhängt und dass die Berufserfahrung eine zentrale Rolle spielt. Die Angabe 38.000 bis 50.000 Euro bezieht sich hier ausdrücklich auf Young Professionals mit wenigen Jahren Berufserfahrung, da langjährig gediente Mitarbeiter, die erst später im Berufsleben den Bankbetriebswirt absolvieren, aufgrund ihrer Arbeitserfahrung und langen Betriebszugehörigkeit eine ganz andere Gehaltsgrundlage haben.

Bezüglich der Frage „Rechnet sich ein Bankbetriebswirt denn finanziell?“ kann aber grundsätzlich mit Ja geantwortet werden. Wenn die Kosten selbst getragen werden (vielfach übernimmt dies die Bank), können die Lehrgangsgebühren steuerlich abgesetzt werden, so dass die eigenen Kosten netto nach Steuern nur wenige Tausend Euro betragen, mithin reicht also ein winziger Gehaltssprung von nur 100 Euro im Monat aus, damit sich die Fortbildung nach wenigen Jahren schon rechnet. Wer eine neue Funktion übernimmt und in der Tarifgruppe hochgestuft wird, erhählt meist deutlich mehr, so dass sich der der Bankbetriebswirt für sehr viele Banker schon gleich im ersten Jahr voll amortisiert.

   Rechtliche Stellung des Titels "Bankbetriebswirt"

Der Lehrgang zum Bankbetriebswirt ist nicht gesetzlich oder durch Verordnungen öffentlicher Institutionen (wie z.B. der IHK) geregelt. Es handelt sich um eine von privaten Bildungsträgern angebotene Fortbildung, deren Inhalte und Namensgebung im eigenen Ermessen der Institution liegen. Das bedeutet kurzum: Der Bankbetriebswirt ist keine staatliche anerkannte Fortbildung und damit auch kein öffentlich anerkannter Berufs- oder Bildungsabschluss sowie auch kein Hochschulstudium. Insbesondere mit Bezug auf die IHK ist darauf hinzuweisen, dass die Fortbildung nicht mit dem „Geprüftem Betriebswirt“ der IHK verwechselt werden darf und diesem auch weder inhaltlich noch rechtlich ähnlich ist.

In der Bankpraxis tatsächlich spielt die fehlende Regelung der Bankbetriebswirtlehrgänge durch öffentliche Stellen keine Rolle. Die Fortbildung hat sich über Jahrzehnte etabliert und ist ein bei Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken sehr häufig vorkommendener und weithin sehr anerkannter Lehrgang, womit der Lehrgang aus der Bankpraxis heraus bestens legitimiert ist.

   Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die Teilnahme am Lehrgang zum Bankbetriebswirt liegen derzeit (Stand April 2013) bei etwa 4.000 Euro für den kompletten einjährigen Lehrgang. Die Frankfurt School of Finance & Management berechnet derzeit 4.200 Euro für die Teilnahme, das BankColleg der GenoAkademie berechnet 3.200 Euro (zuzüglich Kosten für das Studienwerk).

Anders als beim Bankfachwirt gibt es für den Bankbetriebswirt jedoch keine öffentlichen Fördermittel. Das bedeutet, wenn die Bank nicht die Kosten für den Studiengang übernimmt, müssen die Teilnehmer diesen in jedem Fall vollständig selbst bezahlen. Da die Lehrgangskosten relativ gering sind im Vergleich zu anderen Ausbildungen und Studiengängen, finanzieren die meisten Teilnehmer den Lehrgang aus eigenen Ersparnissen, die nach zwei bis drei Jahren im Beruf zu diesem Zeitpunkt üblicherweise verfügbar sind. Der Staat beteiligt sich jedoch indirekt an den Kosten, da die Lehrgangskosten, wenn sie selbst gezahlt werden, vollständig von der Steuer absetzbar sind, da es sich um eine Fortbildung nach der Erstausbildung handelt. Entsprechend können Teilnehmer davon ausgehen, dass sie etwa 30% bis 35%, abhängig vom eigenen Grenzsteuersatz, wiederbekommen so dass die meisten Teilnehmer nach der nächsten Steuererklärung netto nach Steuern etwa 2.000 bis 3.000 Euro für das Studium zahlen.

   Fortsetzung der Bildungslaufbahn nach dem Bankbetriebswirt

Die mit Abstand bekannteste und häufigste Fortbildung nach dem Bankbetriebswirt der einjährige Aufbaustudiengang zum Dipl.-Bankbetriebswirt, der einen bedeutend stärkere Ausrichtung auf strategisches Management hat und damit Absolventen auf eine Laufbahn vorbereiten soll, die bis hin zum Bereichsleiter oder gar zum Vorstand einer Bank führt.

In jüngster Zeit jedoch hat sich mit dem verkürzten Bachelorprogramm eine alternative Option am Markt entwickelt, die zu einem akademischen Abschluss führt. Dabei werden die Leistungen aus dem Bankfachwirt und dem Bankbetriebswirt als ein betriebswirtschaftliches Grundstudium angerechnet und die Teilnehmer erhalten binnen nur weniger Semester einen Bachelorabschluss. Dieses Modell wird beispielsweise von der Frankfurt School of Finance & Mangement sowie dem BankColleg in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule in Berlin angeboten.

In der überwiegenden Zahl der Fälle stehen Studenten nur diese Optionen offen, auf einem verkürzten Weg einen Bachelorgrad zu erreichen. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass staatliche Fachhochschulen und Universitäten nicht bereit sein werden, den Bankfachwirt und den Bankbetriebswirt als gleichwertigen Ersatz zu einem betriebswirtschaftlichem Grundstudium anzuerkennen, weshalb keine Anrechnung von Leistungen zu erwarten ist, so dass in diesem Fall das Studium im ersten Semester begonnen werden muss, was für die überwiegende Zahl aller Bankangestellten keine ernsthafte Option darstellen wird.

Die Funktionsweise der beiden Modelle, die von der Frankfurt School sowie dem BankColleg angeboten werden, ist nachfolgend dargestellt und entspricht dem Stand per April 2013:


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