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Karrierepfade im Bereich Banking- & Finance: Die Sell-Side
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   Die Sell Side - Geschäftsbanken und Investmentbanken

Auf der sogenannten Sell Side befinden sich die Banken. Der Bereich wird Sell Side genannt, da Banken als Verkäufer auftreten und Produkte und Dienstleistungen anbieten, die von verschiedensten Kunden erworben werden wobei der Sell Side Begriff üblicherweise nur auf das Corporate und Investment Banking und weniger auf das Privatkundengeschäft angewendet wird. Vielen große Banken, gerade in Europa, sind Universalbanken und decken sowohl das sogenannte „Commercial Banking“ wie auch das „Investment Banking“ ab. Grundsätzlich lassen sich Banken in eines dieser beiden Geschäftsmodelle – oder eben in beide gleichzeitig – einsortieren.

Geschäftsbanken

Das Commercial Banking umfasst das klassische Alltagsbanking des Privatkunden und des Gewerbetreibenden und wird von Geschäftsbanken betrieben. Ein typisches Beispiel sind die Sparkassen und die Volksbanken. Geschäftsbanken nehmen Ein- und Auszahlungen vor, beraten Privatkunden bei der Anlageberatung der Altersvorsorge und vergeben Darlehen. Größere Geschäftsbanken sind auch im Bereich des Firmenkundengeschäfts und in der Betreuung institutioneller Kunden aktiv. Sie vergeben Investitionskredite, beraten bei der Einführung elektronischer Zahlungssysteme, bieten dem Kunden z.B. Cash-Management-Systeme und beraten auch bei der Absicherung von Risiken durch den Einsatz von Derivaten. Auf der Vertriebsseite finden sich zahlreiche klassische Karrierewege, die bereits jeder Bankazubi kennt. Geschäftsbanken beschäftigen Kassierer, Kundenberater, Filialleiter, Vorsorgespezialisten, Wertpapierspezialisten und Kredit- und Immobilienberater. Die wichtigsten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und Berufsprofile in Geschäftsbanken wie z.B. in Sparkassen und Volksbanken findet Ihr in unserer Rubrik „Jobprofile im Finanzsektor“ beschrieben. Um in den verschiedensten Rollen in einer Geschäftsbank tätig zu werden, reicht in der Mehrheit der Fälle eine Bankausbildung mit anschließenden Fortbildungen wie z.B. der zum Bankfachwirt und zum Bankbetriebswirt. Einige Rollen, die Spezialistenkenntnisse erfordern wie z.B. die Steuerung des Marktrisikomanagements erfordern dagegen ein Hochschulstudium.

Investmentbanken

Investmentbanken betreiben kein Privatkundengeschäft, weder kann man bei ihnen Geld ein- und auszahlen noch ein Girokonto eröffnen oder ein privates Darlehen aufnehmen. Investmentbanken beraten große Unternehmen, Institutionen sowie Regierungen bei der Aufnahme von Fremd- und Eigenkapital an den Kapitalmärkten, begleiten den Kauf- und Verkauf von Unternehmen, optimieren die Kapitalstruktur großer Institutionen und begleiten zuweilen auch Insolvenzfälle. Neben ihrer beratenden Funktion sind Investmentbanken in erster Linie Intermediäre, die große Finanzierungsvorhaben alleine oder gemeinsam mit anderen Investmentbanken organisieren und strukturieren, die eine Geschäftsbank im Rahmen ihres Firmenkundengeschäfts nicht mehr selber bewältigen kann. Insbesondere stehen Investmentbanken über die Vorbereitung von Bond-Emissionen und IPOs Möglichkeiten zur Verfügung, die Geschäftsbanken großen Unternehmen nicht anbieten können. Typische Beispiele für reine Investmentbanken sind beispielsweise J.P. Morgan und Morgan Stanley. Die Kultur und der Arbeitstag in einer Investmentbank sind dem Alltag in einer Geschäftsbank unvergleichbar, die gezahlten Gehälter sind bekanntermaßen höher, jedoch sind auch die Arbeitstage ungleich länger und an Mitarbeiter werden sehr hohe fachliche und persönliche Voraussetzungen gestellt. Bezüglich der Karriereoptionen im Investment Banking findet Ihr zahlreiche Infos und Details in dem entsprechenden Artikel in unserer Karriererubrik. Für die Aufnahme einer Tätigkeit in einer Investmentbank ist mit Ausnahme für einige Stellen in den Back-Office Bereichen stets ein Hochschulstudium erfordern, dass zumeist mit herausragenden Leistungen abgeschlossen worden sein muss.

Universalbanken

Universalbanken sind kein eigenständiger, separater Banktyp, sondern es handelt sich schlicht um Banken, die sowohl im Geschäfts- als auch im Investmentbanking tätig sind. Ein Beispiel hierfür ist die Commerzbank oder ab auch die Deutsche Bank. Dabei haben verschiedene Banken unterschiedliche Schwerpunkte, die Deutsche Bank beispielsweise gehört zu den größten und erfolgreichsten Finanzinstituten im Investment Banking während die Commerzbank dagegen eine weitaus geringere globale Bedeutung im Investment Banking hat, dafür aber besonders stark im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft ist, insbesondere die Mittelstandsbank der Commerzbank verzeichnet beispielsweise den höchsten Marktanteil am deutschen Geschäft mit Gewerbe- und Firmenkunden.

Das nachfolgende fiktive Organigramm zeigt grob vereinfacht die mögliche Aufbaustruktur einer Universalbank mit ihren zahlreichen Unterbereichen und gibt euch damit einen ersten Eindruck, wie vielfältig bereits die beruflichen Möglichkeit in einer Bank sind ohne dass wir die anderen oben genannten Finanzinstitutionen auch nur angesprochen haben:


Die verschiedenen beruflichen Funktionen beschreiben wir ausführlich in unserer Rubrik "Jobprofile im Finanzsektor", aufgrund der großen Vielzahl verschiedener Berufe ist auf diese Übersichtsseite leider kein Platz dafür.

Willst Du mehr wissen? Weiter zum Abschnitt "Asset Manager: Die Buy-Side"

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