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CFA Institute
Association of CIIA
EIFD (Certified Financial Engineer)
CAIA Association
FPSB Deutschland (CFP)
GARP (Financial Risk Manager)
PRMIA (Professional Risk Manager)
Detaillierte Fortbildungsinfos
Chartered Financial Analyst (CFA)
Certified Int. Investment Analyst
Certified Financial Engineer (CFE)
Chartered Alternative Inv. Analyst
Certified Financial Planner (CFP)
Financial Risk Manager (FRM)
Professional Risk Manager (PRM)
CFA, CIIA, CAIA und andere Fortbildungen für Karrieren im Finanzsektor
CFA

CFA, CFE, CAIA, CIIA und mehr – der Weiterbildungsdschungel abseits der akademischen Laufbahn ist für Finance Professionals auf den ersten Blick sehr undurchsichtig, da man mit lauter nichtssagenden Abkürzungen erschlagen wird die zudem noch alle gleich aussehen. Was aber ist ein CFA und was ein CAIA? Was dagegen ist ein CFE? Und für wen sind diese Abschlüsse? Noch viel wichtiger: Sind solche Abschlüsse überhaupt anerkannt und bringen sie beruflich etwas?

Ein akademischer Master ist immer ein akademischer Master, so gibt es mit der Anerkennung wenige Probleme. Wer in die Welt der nichtakademischen Fortbildungen eintaucht, findet jedoch ein sehr breites Spektrum von verschiedensten Fortbildungen die von einem einwöchigen Seminar bis hin zu mehrjährigen Fortbildungen auf Master-Niveau reichen. Nicht jeder Abschluss ist gleichermaßen weit verbreitet, qualitativ gut oder renommiert. Doch es gibt einige wenige Fortbildungen jenseits der akademischen Welt, die national oder gar international einen herausragenden Ruf genießen und nicht nur den Lebenslauf aufpolieren, sondern einen echten Mehrwert für die Berufstätigkeit bieten. Um das Abschluss-Wirrwarr zu entflechten, gibt dieser Ratgeber einen Überblick über die wichtigsten Zusatzabschlüsse, die in der Finanzindustrie recht weit verbreitet sind entsprechende Anerkennung genießen.

Auf dieser Übersichtsseite schildern wir in ein paar Zeilen nur kurz, wofür die ganzen Abkürzungen stehen und was sich hinter dem jeweiligen Fortbildungsprogramm verbirgt Eine ausführliche und detaillierte Schildern der hier genannten Programme ist über das Untermenü oben abrufbar. Das Seitenmenü links enthält darüber hinaus Links zu den Webseiten der jeweiligen Anbieter.

   CFA – Chartered Financial Analyst

Die Abkürzung „CFA“ steht für „Chartered Financial Analyst“ und ist weltweit ein wahres Flaggschiff unter den Fortbildungen mit langer Historie. 2013 graduierte der 50. Jahrgang neuer CFA Charterholder. Die mehrjährige Ausbildung, die vom US-amerikanischen CFA Institute angeboten wird, richtet sich in erster Linie an Portfoliomanager und Mitarbeiter im Equity sowie im Fixed Income Research. In zweiter Instanz haben jedoch auch Professionals im Investmentbanking, in den Corporate Finance Teams von Unternehmensberatungen und den Finanzabteilungen von Konzernen einen CFA-Abschluss. Im Bereich Sales & Trading hingegen gilt der CFA als unüblich, da er für entsprechende berufliche Positionen nicht konzipiert ist.

Die Ausbildung dauert mindestens 1 ½ Jahre, für die meisten CFA Candidates sind es jedoch eher 2 ½ bis 4 Jahre, da die Examen für ihre sehr hohen Durchfallquoten zwischen 50% bis 65% bekannt sind. An den CFA Examina nehmen jedes Jahr über alle Prüfungslevel hinweg zwischen 120.000 bis 150.000 Kandidaten teil. Die Ausbildung wird in der Praxis oftmals als einzige ernsthafte Alternative zu einem MBA oder einem Master in Finance angesehen. In Großbritannien wurde der CFA Charter durch das National Recognition Information Centre im Rahmen des English Qualification and Credit Framework als ein einem Masterstudium gleichwertige Fortbildung eingestuft.

   CIIA – Certified International Investment Analyst

Die Abkürzung „CIIA“ steht für „Certified International Investment Analyst“ und lässt sich im Kurzformat als die europäische Version des CFA Programms charakterisieren. Träger der Fortbildung ist die ACIIA, die Association of Certified International Investment Analysts mit Sitz in der Schweiz. Das Programm war früher unter der Abkürzung „CEFA“ bekannt. Es handelt sich um eine weltweit angebotene Fortbildung, die sich in erster Linie an Portfoliomanager und Research-Spezialisten richtet, jedoch auch Teilnehmer aus den Bereichen Investment Banking, Corporate Finance, Treasury und Financial Services Consulting verzeichnet. Ähnlich wie beim CFA müssen Kandidaten drei Prüfungen erfolgreich durchlaufen, in Kontrast zum CFA sind dagegen nur zwei dieser Examen international gleich während das dritte Examen jeweils auf die nationalen Bedingungen im Land des Teilnehmers spezifisch zugeschnitten ist. Die ACIIA versucht damit eine Brücke zwischen einer internationalen Ausbildung und nationalen Unterschieden bezüglich Rechnungslegung und Regulation zu schlagen. Anders als beim CFA handelt es sich zudem um kein reines Selbststudium, da mehrere Präsenztage im Ausbildungskonzept vorgesehen sind.

Das Programm wurde 2001 aufgelegt und ist daher bedeutend jünger als der CFA. Seit Gründung verzeichnete das Programm jedoch bereits 13.600 Teilnehmer weltweit, von denen 7.100 die CIIA Designation erhalten haben. Wie auch der CFA, ist der CIIA von allen bedeutenden globalen Finanzinstituten und Aufsichtsorganisationen anerkannt.

   CFE – Certified Financial Engineer

Die Fortbildung zum Certified Financial Engineer wird vom deutschen EIFD (Europäisches Institut für Financial Engineering und Derivateforschung) mit Sitz in Frankfurt am Main angeboten und erstreckt sich berufsbegleitend über etwa 8 bis 12 Monate, kann jedoch auch schneller absolviert werden. Es handelt sich dabei um eine Fortbildung, die sich primär an Derivatespezialisten in den Bereichen Investment Banking (insbesondere Sales & Trading) sowie Private Wealth Management richtet. Die drei zu bestehenden Examen werden weltweit an Testzentren in Frankfurt am Main, Zürich, London, Paris, Chicago, New York, Hong Kong und Singapur angeboten.

Der fachliche Schwerpunkt liegt auf der Analyse und Bewertung aller gängigen Derivate, dazu zählen insbesondere Optionen, Swaps, Swaptions, Forwards und Futures sowie der Konstruktion von Handelsstrategien und strukturierten Produkten. Weiterhin deckt das Programm das Portfoliomanagement mit Derivaten sowie rechtliche Aspekte und Themen des Risikocontrollings ab.

   CAIA – Chartered Alternative Investment Analyst

Die Fortbildung zum Chartered Alternative Investment Analyst richtet sich wie der CFA und der CIIA ebenfalls an Portfoliomanager und Mitarbeiter im Research. Anders als z.B. beim CFA wird der CAIA jedoch nur von sehr wenigen Personen absolviert, die nicht im Bereich Asset Management tätig sind, da er weitaus spezifischer und fokussierter ist. Im Zentrum der Fortbildung stehen Alternative Investments, das Curriculum des CAIA deckt Themen zur Analyse und Bewertung von Investitionen in den Bereichen Immobilien, Hedge Funds, Private Equity und Rohstoffe ab, wobei nicht nur klassische alternative Anlagen wie z.B. Industrie- oder Edelmetalle sondern auch sehr spezifische Themen wie z.B. Holzwirtschaft abgedeckt werden.

Die Prüfung zum CAIA erfolgt über zwei Examen, die weltweit angeboten werden. Träger der Prüfungen ist die US-amerikanische CAIA Association, die 2002 von der Alternative Investment Management Association und dem Center for International Securities and Derivatives Markets gegründet wurde. Seit Bestehen verzeichnet die CAIA Association bis heute 6.000 Mitglieder in 80 Ländern weltweit. Obschon relativ jung, gilt der CAIA inzwischen als das bekannteste und am meisten angesehene Programm bezüglich einer professionellen, hochwertigen und international standardisierten Ausbildung im Bereich Alternative Investments.

   CFP – Certified Financial Planner

Die Fortbildung zum CFP richtet sich an Bankangestellte die im Private Banking bzw. Wealth Management tätig sind und sich der anspruchsvollen und strukturierten Beratung vermögender Privatkunden widmen. Aufgrund der sehr spezifischen Anforderungen an die Berufserfahrung zum Erwerb des CFP-Abschlusses kann auch nur jener Personenkreis, der bereits in diesem Umfeld arbeitet und nachweislich eigenverantwortlich Kunden berät, den CFP-Abschluss erwerben. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der privaten Vermögensverwaltung, Versicherungen, Nachlassregelungen, Steueroptimierung und rechtliche Rahmenbedingungen in der Anlageberatung.

Beim CFP handelt es sich um eine internationale Zertifizierung, deren Träger das Certified Financial Planner Board of Standards in den USA und das Financial Planning Standards Board (FPSB) sind. Um zum Examen zugelassen zu werden, muss ein anerkanntes Vorbereitungs- und Ausbildungsprogramm durchlaufen werden. Die jeweiligen Programme werden nicht vom Programmträger selbst sondern von dritten Institutionen angeboten, deren Programme als qualitativ hinreichend eingestuft worden sind. In Deutschland kann die Fortbildung z.B. über die European Business School in Oestrich-Winkel (Programm: „Kontaktstudium Finanzökonomie“), die Frankfurt School of Finance Management („Financial Planner“) oder die MLP Corporate University in Wiesloch („Financial Planner [+]“) absolviert werden. Für Besitzer einer anderen relevanten Qualifizierung wie dem CFA oder einem PhD in Finance ist die sofortige Zulassung zum Examen ohne Vorbereitungskurs möglich. Darüber hinaus ist in Deutschland die zum CFP zu durchlaufende Ausbildung von der IHK als Äquivalent zum Finanzfachwirt (IHK) anerkannt, sofern die notwendige Berufserfahrung nachgewiesen werden kann.

   FRM – Financial Risk Manager

Die Fortbildung zum „Financial Risk Manager“ richtet sich, wie der Name bereits verlautet, in erster Linie an Spezialisten im Risikomanagement von Banken und anderen Finanzinstitutionen. Im Fokus steht insbesondere das Risikomanagement in den Bereichen Marktrisiko, Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko. Durch die breite Aufstellung des Programms richtet es sich an Portfoliomanager und Investmentbanker, aber auch Mitarbeiter in den Bereichen Treasury und Risk Management von Non-Finanzunternehmen sowie öffentlichen Institutionen. Um die FRM Designation zu erhalten, müssen Teilnehmer berufsbegleitet etwa 400 Lernstunden einplanen, die sich zu je 200 Stunden auf die beiden abzulegenden Examen verteilen.

Träger des FRM-Programms ist die GARP, die Global Association of Risk Professionals mit Sitz in New Jersey in den USA sowie in London. Die GARP wurde 1996 gegründet, damit verbunden wurde das FRM-Programm aufgelegt, so dass 1997 die ersten FRM-Absolventen graduierten. Seitdem wurde das Programm international schnell sehr populär, so wuchsen zwischen 2001 und 2010 die Teilnehmerzahlen am FRM um mehr als 25% jedes Jahr. 70% der Kandidaten sind außerhalb der USA ansässig, womit sich der FRM erfolgreich als internationale Qualifikation im Risikomanagement durchsetzen konnte. Im Februar 2012 registrierten sich weltweit mehr als 125.000 Personen aus 129 Ländern für die Examina. Insbesondere die Finanzkrise ab 2008 und der Lehman-Kollaps führten zu dramatisch steigenden Teilnehmerzahlen im Programm.

   PRM – Professional Risk Manager

Die Fortbildung zum Professional Risk Manager wurde 2002 von der PRMIA (Professional Risk Managers‘ International Association) mit Sitz in Northfield, USA als ein Konkurrenzprogramm zum FRM eingeführt. Der FRM und der PRM gelten gemeinsam als die einzigen beiden non-akademischen international voll anerkannten Fortbildungen zum Risikomanagement. Das Curriculum deckt Themen insbesondere zum Markt- und Kreditrisikomanagement ab, umfasst aber auch Bereiche der Finanztheorie, der Finanzmathematik und regulatorische Themen.

Insgesamt nehmen Teilnehmer am Programm über zwei Jahre hinweg an vier Examen teil. Dabei steht es Kandidaten offen, dass Programm deutlich schneller zu absolvieren. Insgesamt haben seit Bestehen des Programms sich knapp 90.000 PRM-Member in 180 Ländern weltweit zusammengefunden, die sich in 60 „Chaptern“ weltweit organisieren und austauschen.

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