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In unserer Stipendienrubrik findet ihr alle Informationen zu den wichtigsten Stipendienprogrammen, die ihr in jedem Fall kennen müsst. Habt ihr euer Wunschstipendium gefunden, hilft euch unser Bewerbungsratgeber, eure Stipendienbewerbung optimal vorzubereiten.

Erfahrungsbericht - Stipendium der Kondrad-Adenauer-Stiftung
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   Für was steht die Konrad-Adenauer-Stiftung?

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist eine CDU-nahe Stiftung. Dies bedeutet, dass sie sich der christlich-demokratischen Bildungsarbeit verschrieben hat. Mit Hilfe von regionalen Büros und 120 Auslandsbüros setzt sie sich in vielfältiger Weise dafür ein, ihre Erfahrungen mit anderen Völkern, Kulturen und Wertesystemen in die Diskussion des Selbstverständnisses der christlich-demokratischen Bewegung einzubringen als auch deutsche Interessen im Ausland im Dialog und durch Projekten zu vertreten.

Erst Mitte der 60er Jahre wurde die Stiftung nach Konrad Adenauer benannt, der als Gründungsvater der Bundesrepublik Deutschland für die soziale Marktwirtschaft und die christlich demokratischem Grundwerte steht.

Neben ihrer Funktion als Think Tank, Plattform zur politischen Bildung und Dokumentation demokratischer Entwicklung hat sie sich der Talenteförderung verschrieben. Sie zählt zu einer der 12 deutschen Studienwerke Deutschlands, die Stipendien an junge, begabte Menschen vergeben. Nicht nur Studenten aus Deutschland, sondern auch aus Mittel- und Osteuropa sowie aus den Entwicklungsländern können ein Stipendium mit ideeller und materieller Förderung erhalten. Nach meinem letzten Informationsstand sind zurzeit ca. 2.600 Studenten in der Studien- und Promotionsförderung.

Zusätzlich bietet die KAS eine Journalistenförderung an, kurz JONA. Diese richtet sich speziell an junge Menschen, die neben ihrem Studium eine Zusatzqualifikation im Journalismus erlangen möchten. Durch jährlich zahlreiche, sehr individuelle Seminare erlernen die JONA-Stipendiaten den Umgang mit den verschieden Medien im Journalismus. Das Netzwerk dieser ca. 130 Stipendiaten ist besonders eng innerhalb des KAS-Stipendiatennetzwerkes.

   Schriftliche Bewerbung und Rahmenkonditionen

Um sich auf ein Stipendium bewerben zu können, müssen folgende Rahmenkonditionen gegeben sein:

• Mindestens noch 4 Semester Reststudiendauer: d.h. bewerbt euch bis ihr Ende des 2. Semesters im Bachelor und vor dem Beginn des Masterstudiums seid!
• Studienort kann in Deutschland oder der EU/Schweiz liegen
• Berufsintegrierende Studien, d.h. ab 16 Stunden pro Woche, werden nicht gefördert
• Nur gute bis sehr gute Noten im Abitur und im Studium reichen nicht, zusätzlich sollte man sich bereits in sportlicher, sozialer oder religiöser Hinsicht engagiert haben, sonst lohnt sich der Aufwand einer Bewerbung nicht. Allerdings musst du auch keine 1,0 haben.

Die Bewerbung ist zweimal jährlich möglich, zum 15. Januar und zum 1. Juli für das jeweils kommende Semester. Wenn man sich bewerben möchte, sollte man jedoch genügend Zeit vorher mit der Erstellung der einzureichenden Unterlagen in zweifacher Ausfertigung beginnen, da diese teils von anderen Personen abhängen und erst angefragt werden müssen. Ich hatte damals Anfang Dezember begonnen, rate jedoch wegen der Weihnachtsfeiertage noch früher mit einer Bewerbung zu beginnen, damit die Frist eingehalten werden kann:

• Ein 3-4 seitiger ausformulierter Lebenslauf: Ich habe mir dafür einige Zeit genommen und auf 4 Seiten über meine verschiedenen Wahlmöglichkeiten reflektiert, beginnend mit der Wahl der Leistungskurse, der Überlegungen über ein Studium, vorbereitende Praktika bis hin zu meinem Engagement parallel zur Schulzeit und in meinen ersten beiden Semestern.
Hochschullehrergutachten / bei Abiturienten Lehrergutachten: Bei der Auswahl des Professors sollte man zum Einen darauf achten, in dem Fach sehr gut abgeschnitten zu haben und zum anderen ggf. in der Vorlesung durch Nachfragen oder ähnliches positiv aufgefallen zu sein.
Persönlichkeitsgutachten: dieses soll von einer Person ausgestellt werden, die dein außeruniversitäres Engagement bestätigen kann. Geeignet sind daher Führungspersönlichkeiten aus deinem privaten Umfeld, Verein etc.
• Beglaubigtes Abiturzeugnis
• Passbild
• Aktuelles Notentranskript
• Immatrikulationsbescheinigung
• Kopien von Ausbildungs- und Praktikantenzeugnissen, soweit diese bereits vorhanden sind.

Zusätzlich ist ein Bewerberbogen auszufüllen, der auf der Homepage heruntergeladen werden kann. Dieser fasst ihre Daten nochmals zusammen, fragt nach der Motivation der Bewerbung bei der KAS und ob man sich zusätzlich noch bei anderen Stiftungen beworben hat. Ich rate an dieser Stelle dazu, es ehrlich anzugeben, falls eine Doppelbewerbung vorliegt. Wenn diese bei dem Cusanuswerk (Katholisch), Evangelischen Studienwerk e.V., Hans Seidel Stiftung (CSU-nah) oder der Studienstiftung des deutschen Volkes (unpolitisch) ist, sollte es eigentlich zu keinem Zielkonflikt führen.

Bei der schriftlichen Bewerbung sollte man zusätzlich berücksichtigen, dass man an einem der 3 Auswahltagungstermine im weiteren Bewerbungsverlauf zeitlich auch verfügbar ist.

   Auswahltagung

Wer die erste Hürde der schriftlichen Bewerbung genommen hat, wird auf eine 3-tätige Auswahltagung auf einen der Seminarorte der KAS eingeladen. Interessant ist dabei, dass es keine feste Quote gibt, wie viele Bewerber ein Stipendium erhalten, lediglich zwei Faktoren beschränken die Auswahl: das zur Verfügung gestellte Budget für die Stipendienförderung vom Staat und die Geeignetheit der Kandidaten. Wenn wenige als geeignet eingestuft werden, werden auch weniger als vom Budgetumfang möglich wäre gefördert.

Zusätzlich wurde mir vorab ein Persönlichkeitsfragebogen per Mail zugeschickt, welchen ich ausfüllen sollte. Dieser beinhaltete Fragen über die Intensität und Motivation des gesellschaftspolitisch/sozial/sonstigen Engagements, über die Interessen in Sport, Kultur, Literatur, Sprachen, Musik und Kunst. Weiterhin wurde nach der regelmäßigen Lektüre einer Zeitung, der intensiven Auseinandersetzung mit Technik, Musikern oder Künstlern, nach Personen und Erlebnissen, die mich besonders geprägt haben sowie nach Werten, die mir wichtig sind, gefragt.

Meine Auswahltagung war auf Schloss Eichholz in Wesseling bei Bonn. An einem Donnerstag im Mai begann es mit einem gemeinsamen Abendessen und einer Rede des Chefs der Studienförderung. Dieser Abend diente dem Kennenlernen und ich war begeistert auf so vielen gleichgesinnten, hochmotivierten und sehr engagierten Mitbewerbern zu begegnen.

Am nächsten Morgen folgte morgens eine Einführung über die KAS und anschließend begann der Auswahlprozess:

1. Eine 1,5h Klausur: Fragen zum Allgemeinwissen über die BRD, über Literatur, Kunst, Geschichte, Grundprinzipien der BWL und Kennzeichen der Demokratie. Die Klausur ist zeitlich sehr knapp bemessen und es wird nicht erwartet, dass man alles beantworten kann, dennoch sollte man sich hierauf vorbereiten.

2. Eine 1,5h Aufsatz: Man konnte zwischen 5 Themen wählen. Alle Themen hatten einen Bezug zur aktuellen Debatte in den Medien, bei mir waren es die Frauenquote, Libyenkonflikt, Griechenland Rettungspakte etc., über welches in den Wochen zuvor viel in den Medien berichtet wurde.

3. Nach dem Abendessen eine Gruppendiskussion: diese Diskussion ist ebenso über ein tagesaktuelles Thema. Meine Gruppe diskutierte über die Enthaltung Deutschlands am internationalen Militäreinsatz in Libyen. Bei dieser Gruppendiskussion ist es wichtig, seine Meinung fundiert zu vertreten, nicht zu aggressiv oder zu zurückhaltend. In meiner Gruppe war ich letztendlich die einzige Vertreterin der Pro-Position und konnte mich dadurch sachlich profilieren. Der restliche Abend wurde in geselliger Stimmung ausgeklungen. Am nächsten Morgen folgte nach dem Frühstück die letzte Auswahlinstanz:

4. Ein 20 min. persönliches Einzelgespräch vor einer 3-köpfigen Jury, meist mit einem Vertreter deiner Studienrichtung. Diese stellen Fragen zu deinen Angaben im Lebenslauf, dem Persönlichkeitsfragebogen und teilweise auch fachliche Fragen zum Studienfach. An dieser Stelle heißt es einfach: cool bleiben und gute Argumente parat haben für Entscheidungen, die man selbst im Leben getroffen hatte. Falls Ihr Wissenslücken habt, gesteht diese ein, denn die Fragen werden bewusst so gestellt, um euch aus dem Konzept zu bringen. Ich dachte nach meinem Gespräch, dass ich nicht aufgenommen würde. So kann das Gefühl täuschen. Nach einem gemeinsamen abschließenden Mittagessen ist die Auswahltagung beendet.

Ein bis zwei Wochen später erhält man die Zu- oder Absage per Post (großer Brief=Zusage, kleiner Brief=Absage wurde mir erzählt).

   Vorteile in Form von ideeller und finanzieller Förderung

Die Vorteile eines Stipendiums sind vielseitig:

Finanziell: (analog zu fast allen anderen Studienwerken)
Bafög-Satz (wer Bafög berechtigt ist) + 300 € Büchergeld (unabhängig von den Bafög-Regelungen=für alle) Bei Auslandssemestern oder –praktika sind zudem zusätzliche finanzielle Förderungen unabhängig von den Bafög-Regelungen möglich: Lebenshaltungskostenpauschale pro Monat + ggf. Studiengebühren bis zu einer Höchstgrenze, die Höhe hängt vom Land ab.

Ideell:
Dies ist ein besonderer Vorteil, den ich mit der Zeit immer mehr schätzen gelernt habe. Zwar gibt es die Verpflichtung ein Grundlagen- und 3 weitere Seminare während der kompletten Studienzeit zu besuchen, jedoch stellt besonders dieses Angebot von jährlich fast 200 Seminaren einen großen Mehrwert dar. Ein Drittel der Seminare werden von Stipendiaten selbst organisiert, sodass eine große Vielfalt an Themen angeboten wird, wie sich aus den folgenden Beispielen erkennen lässt: Studentisches Liedgut, Weinseminar, Gehirn aus Sicht der Neurowissenschaft, Rhethorik-Seminar, Litauen-Exkursion, China-Seminar, EU und NATO, Glück etc. Zudem werden einige Seminare im Ausland ausgerichtet, im letzten Jahr waren Angebote für Dublin, Paris, Wien, Stockholm, Athen und Oxford dabei. Als besonderes Highlight gelten die Seminare in der Sommerresidenz von Adenauer in Cadenabbia am Comer See. Das aktuelle Seminarprogramm ist zudem auf der Homepage abrufbar.

Weiterhin wird von der Hochschulgruppe am Studienort jedes Semester ein abwechslungsreiches Programm selbst organisiert, sodass Opern-, English Theatre- und Museumsbesuche, Besuch einer Freimaurerloge, Bowling und Stammtische genügend Abwechslung bieten, sowohl die eigene Studienstadt als auch die Konstipendiaten näher kennenzulernen.

Netzwerk:
Wer einmal in der Stiftung ist, wird nie fremd in einer neuen Stadt sein und leichter eine Wohnung am Praktikumsort finden. Durch die regelmäßigen Treffen findet man schnell Anschluss, kann seinen Freundes- und Bekanntenkreis erweitern. Durch die Seminare lernt man viele Gleichgesinnte kennen und wird durch die Stiftung dazu motiviert, sich gemeinsam für Projekte einzusetzen. Besonders die Interdisziplinarität empfand ich bei einem Projekt ungemein bereichernd. Zusätzlich wird man über die KAS zu KAS individuellen Unternehmensworkshops renommierter Unternehmen eingeladen. Außerdem entstehen aus der Stipendiatenschaft heraus immer wieder neue Traditionen wie eine Silvesterfahrt oder ein bundesweiter Stipendiatenball.

   Summary

Es ist nicht unmöglich, aufgenommen zu werden, wenn man gute bis sehr gute Leistungen erbringt und sich für gesellschaftliches Engagement Zeit nimmt. Dieses muss nicht unbedingt ein politisches Engagement in der JU sein, was nahe liegend erscheint. Wichtig ist lediglich, dass ihr eine christliche oder sozialdemokratische Grundeinstellung teilt und bereit seid, euch in der Gesellschaft zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.
Erfahrungsbericht von "Anonym"

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