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Stipendien
In unserer Stipendienrubrik findet ihr alle Informationen zu den wichtigsten Stipendienprogrammen, die ihr in jedem Fall kennen müsst. Habt ihr euer Wunschstipendium gefunden, hilft euch unser Bewerbungsratgeber, eure Stipendienbewerbung optimal vorzubereiten.

Erfahrungsbericht - Jahresstipendium für Graduierte des DAAD
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Das Stipendium

Der DAAD fördert Masterprogramme mit dem Graduiertenstipendium für Graduierte, Doktoranden und Promovierende. Das Stipendium übernimmt die Studiengebühren bis zu einem festen Betrag und zahlt monatlich zusätzlich einen Betrag für Lebenshaltungskosten. Außerdem übernimmt der DAAD einmalig einen Reisekostenzuschuss. Die genauen Beträge variieren je nach Zielregion (und damit Referat) und können unter der Seite des DAADs eingesehen werden. Da die Programme in Großbritannien oftmals sehr teuer sind, reicht die DAAD-Förderung manchmal allerdings nicht vollständig aus, um alle Kosten zu übernehmen.

Die Bewerbung

Wichtigstes Detail zur Bewerbung für das Graduiertenstipendium ist, dass die Bewerbungsfrist etwa ein Jahr vor dem eigentlichen Studienbeginn liegt. Für Großbritannien war die Bewerbungsfrist im letzten Jahr Mitte November. Die Bewerbung wird seit letztem Jahr über das DAAD Tool ausgefüllt und elektronisch versandt. Die Bewerber müssen noch keine Zusage von der Universität vorliegen haben, um sich zu bewerben. Trotzdem muss der Bewerber sich bis dahin schon konkret mit der Wunschuniversität auseinandergesetzt haben, um sein Vorhaben konkret zu beschreiben. Ausschlaggebend ist meiner Meinung nach neben den Noten und den bisherigem Lebenslauf nämlich vor allem die Motivation für das Auslandsstudium. Der DAAD möchte sehen, dass der Bewerber sich intensiv mit dem Land, dem Programm und der Universität auseinandergesetzt hat.

a) Die Bewerbungsvorbereitung: Bevor ich meine Bewerbungsunterlage zusammenstellen konnte, habe ich mich intensiv mit den verschiedenen Studienprogrammen in Deutschland und in Großbritannien beschäftigt. Oftmals haben die Universitäten auch eigene Veranstaltungen in Deutschland, auf denen man noch wertvolle Informationen für die Wahl der Hochschule gewinnen kann. Außerdem gibt es Foren im Internet (bsp. efellows.net), auf denen es noch Tips von ehemaligen Bewerbern gibt. Oftmals gibt es im Freundes/Bekanntenkreis jemanden, der schon einmal ein Stipendium erhalten hat und den man noch zusätzlich nach seinen Erfahrungen fragen kann.

b) Bewerbungsunterlagen: Die benötigten Unterlagen für die Bewerbung können direkt auf der Seite des DAAD eingesehen werden. Neben dem tabellarischen Lebenslauf und dem Notennachweis werden insbesondere ein Empfehlungsschreiben von einem Hochschullehrer und ein Motivationsschreiben benötigt. Dabei hat der Bewerber keine Möglichkeit vorher in das Empfehlungsschreiben zu schauen, da es versiegelt an den DAAD gesandt werden muss. Das Motivationsschreiben ist meiner Meinung nach der wichtigste Bestandteil der Bewerbung. Hier hat der Bewerber die Möglichkeit auf zwei Seiten darzulegen, warum ausgerechnet er die Förderung erhalten sollte. Dabei ist es besonders wichtig, nicht nur zu sagen, dass man mal im Ausland studieren möchte oder seine Sprachkenntnisse aufpolieren möchte. Vielmehr sollte ein langfristiges (berufliches) Ziel genannt werden, das mit Hilfe dieses Studiums erreicht werden kann. Ich bin bei meiner Bewerbung konkret auf meine Wunschuniversität und das Programm eingegangen. Dabei habe ich begründet, welche Kurse ich wählen würde. Außerdem war es wichtig darzustellen, warum ich mit diesem Studienwunsch nur an dieser Universität studieren könnte. Ausschlaggebend hierfür können beispielsweise bestimmte Kurse oder Professoren sein, die Kurszusammensetzung oder die Möglichkeiten von einem bestimmten Umfeld zu profitieren. Bei meiner Bewerbung für den MSc Finance bin ich auf London als größtes Finanzzentrum der Welt eingegangen und die Möglichkeiten, die sich hieraus für mich ergeben (Netzwerk, Internationalität etc.). Als zweites Argument habe ich die Kurskonstellation gewählt, die so im "deutschen Finanzzentrum" Frankfurt nicht möglich wär.

c) Bewerbungsablauf: Nach dem Einreichen der Bewerbungsunterlagen hat man schon fast das größte hinter sich. Jetzt heißt es erstmal warten. Die besten Bewerber werden vom DAAD im Februar nach Bonn zu einem Auswahlgespräch eingeladen. Danach dauert es noch etwa 5-6 Wochen bis die finale Entscheidung des DAADs gefällt wird.

d) Auswahlgespräch: Das Auswahlgespräch ist die letzte Stufe zum Stipendium. Es ist stark abhängig von der Zusammenstellung des Komitees. Vom Ablauf hat man in etwa 15 Minuten, in denen man von einem Komitee von etwa 10 Personen interviewt wird. Bei mir waren die Interviewpartner mehrere Professoren, eine Alumna und Mitarbeiter des DAADs. Es können sowohl fachliche als auch persönliche Fragen im Gespräch gestellt werden. Bei mir wurden vor allem persönliche Fragen nach meiner Motivation und meinem lang- und kurzfristigen Ziel gestellt – teilweise auch auf Englisch. Außerdem wurde ich zur deutschen Kultur gefragt – allerdings keine Wissensfragen sondern eher was die deutsche Kultur für mich bedeutet und wie ich den DAAD repräsentieren kann. Danach hatte ich noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Das Gespräch empfand ich als sehr angenehm – wesentlich weniger schlimm als ich es mir immer ausgemalt hatte. Ich hatte direkt bei meiner Ankunft die Komiteemitglieder gegooglet (die Namen waren auf dem Schild an der Tür) und mir dadurch erhofft einschätzen zu können, was für Fragen kommen könnten. Bei "Fachfremden" ist die Wahrscheinlich relativ hoch, keine fachliche Frage zu gestellt zu bekommen. Das ist allerdings natürlich reine Spekulation und vielleicht werden die Fragen auch nur rein nach dem Zufallsprinzip gestellt ;)

Nach Stipendiumerhalt

Nach dem Erhalt des Stipendiums gibt es im Juli noch ein eintätiges Vorbereitungs-treffen, bei dem man noch andere Stipendiaten treffen kann und in dem noch einmal alle über Krankenversicherung/Leben in Großbritannien etc. informiert werden. Außerdem haben die Stipendiaten aus London die Möglichkeit einer Facebookgruppe beizutreten, die nützliche Tips zum Leben in London gibt.

Fazit

Der lange Bewerbungsprozess hat sich auf jeden Fall gelohnt. Für den einjährigen Master in Großbritannien gibt es nicht so viele Alternativen zur Förderung. Neben der finanziellen Förderung gibt es auch eine ideelle Förderung in Form eines Netzwerks – so hat man nochmal die Möglichkeit sich mit gleichgesinnten auszutauschen und Ehemalige nach ihrer Erfahrung zu fragen.
Erfahrungsbericht von Bao-Y van Cong
 - Frankfurt School of Finance & Management
 - Bachelor in Betriebswirtschaftslehre
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